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Methodisten in Schaffhausen

4. Mai 2019

Eine Zusammenfassung der Entstehung der EMK in Schaffhausen von den Anfängen um 1860 bis hin ins neue Jahrtausend.

Die Anfänge

Um das Jahr 1861 wagen sich methodistische Pioniere auch in die Region Schaffhausen. Heinrich Gisler, „Missionszögling“ (=Student) aus Flaach, kehrt in seine Heimat zurück und erhält den Ruf, im Schulhaus Dachsen Gottesdienste zu halten. Das Werk erlebt einen viel versprechenden Start und schon bald entwickelt sich eine lebendige Gemeinde, die allerdings auch ihre Gegner hat.

Unter den Besuchern der Gottesdienste in Dachsen hat es nun auch einige Freunde aus Schaffhausen, welche ihre Brüder bitten, „es möge doch auch bei ihnen das Wort Gottes verkündet werden“. Ab Winter 1861/62 werden in einer Privatwohnung regelmässig Predigten gehalten. An der Konferenz 1862 wird die Gemeinde Schaffhausen dem Bezirk Winterthur zugeteilt. In der Folge schwindet die Zuhörerzahl in Schaffhausen und wird schliesslich eingestellt.

1864 wird von Zürich aus wieder angefangen Gottesdienste in Schaffhausen zu halten. Als Folge davon werden am 9. August 1864 23 Personen als Mitglieder aufgenommen – damit gilt die Gemeinde in Schaffhausen offiziell als gegründet.

Diese Kurzfassung stammt aus unserer Broschüre „Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Region Schaffhausen“ mit frechen Bemerkungen unserer Kirchenmaus. Wenn Sie sich dafür interessieren, lassen wir Ihnen gern ein Exemplar zugehen. Verwenden Sie dafür das Kontaktformular.

Die Verankerung in der Region

Um das Jahr 1896 beschliesst der damalige Prediger in Schaffhausen, H. Geerdes Odinga, den Kasten „Zionsburg“ loszuwerden, natürlich im Interesse der Gemeinde und des Reich Gottes. Im Gegenzug will er eine neue Kapelle bauen. Gedacht getan. Am Himmelfahrtstag 1889 wird die für Fr. 92’000 erbaute, heutige Friedenskirche „dem Dienst des Herrn übergeben“. Wenige Monate später – am 6. November 1898 – folgt die Kapelle in Stein am Rhein. Gut drei Jahre später eröffnet die EMK in Schleitheim ihre eigene Kapelle. Nach einer längeren Pause werden in Neuhausen die Aktivitäten wieder aufgenommen Ende Juni 1911 kann dort die Kapelle eingeweiht werden. Und schliesslich kann im Herbst 1922 in Oberhallau die neue Kapelle eingeweiht werden.

Es würde zu weit führen hier auch noch die Gemeindeentwicklung zu beschreiben. Diese finden Sie in der bereits erwähnten Geschichte der EMK der Region Schaffhausen.

Das 20. Jahrhundert

Die Zeit der Pioniere ist vorbei. Die Kapellen und Kirchen sind gebaut. Das leben der methodistischen Prediger ist, wenn auch nicht unbedingt leichter, so doch zumindest etwas weniger gefährlich. Andererseits werden keine neuen Gemeinden mehr gegründet, sondern vielmehr während kürzerer oder längerer Zeit bediente Predigtort geschlossen.

Es folgen Jahre und Jahrzehnte, die im Vergleich zu den Anfangsjahren unspektakulär verlaufen. Trotzdem ist es eine Zeit, in der die Kirche lebt und ihre Mitglieder auf verschiedene Weise versuchen, Menschen den Weg zu Jesus Christus zu zeigen. Wichtiger Bestandteile sind das Engagement für Kinder und Jugendliche, Ferienkolonien, Musik und Gesang sowie die Pflege der Gemeinschaft.

Ganz besondere Herausforderungen ergaben sich durch die Grenzlage unseres Bezirks. So setzen die beiden Weltkriege mancher hoffnungsvollen Arbeit in Büsingen ein Ende. Treue Mitarbeiter lassen ihr Leben auf einem der unzähligen Schlachtfelder. Dazu kommt, dass die deutschen Behörden in Erwägung ziehen, die EMK in Büsingen aufzuheben und die Finanzen zu beschlagnahmen. Für die Dauer des zweiten Weltkrieges darf kein Schweizer in Büsingen predigen. Reinhard Wüger, ein Landwirt, liest deshalb während dieser Zeit jeden Sonntag die Predigt vor, die er sich mit dem Fahrrad in Schaffhausen abgeholt hat.

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen auf unserem Bezirk drei Jungscharen: die Jungschar Kaktus in Büsingen, die Jungschar Alarm in Schaffhausen und die Jungschar Virgo in Schleitheim.

Auf Bitte des Gemeinderates in Büsingen entsteht 1997 der Jungendtreff OASE. Auf dem Hintergrund der Drogenproblematik startet etwa zur selben Zeit die Gassenarbeit in Schaffhausen, die von einigen Mitgliedern der EMK Schaffhausen massgeblich mitgetragen wurde.

Das neue Jahrtausend

Am 24.2.2002 schliessen sich die beiden Bezirke Schaffhausen und Neuhausen zum Bezirk der Region Schaffhausen zusammen, um gemeinsam den Missionsauftrag von Jesus Christus zu leben. Für so manche heisst es loszulassen. Doch viele lassen sich darauf ein und machen sich mit den Jüngeren auf den Weg, am Reich Gottes weiterzubauen.

Die inzwischen in die Jahre gekommene Friedenskirche in Schaffhausen genügte den vielfältigen Bedürfnissen einer aktiven Kirchgemeinde nicht mehr. Kern der Um- und Anbauten ist ein zusätzlicher Mehrzweckraum für rund 100 Personen. Die bestehende Bausubstanz wurde sanft renoviert und die Infrastruktur den heutigen Vorschriften angepasst. Das Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 1,4 Mio. Schweizer Franken wurde vorwiegend über Eigenmittel, Spenden und Fronarbeit finanziert. Nach rund 7-monatiger Bauzeit ist das Kirchengebäude am 5./6. Mai 2007 der Gemeinde zur Nutzung übergeben worden.

Und so versuchen heute Menschen verschiedener Generationen, vertrauensvoll und manchmal zweifelnd, fast ungestüm und manchmal zögernd – aber immer mit einer grossen Treue und Kreativität – Gottes Liebe in Worten und Taten an andere weiterzugeben.

Mit welchen Worten und Tagen wir heute versuchen, Gottes Liebe und Gnade weiterzugeben, finden Sie auf dieser Homepage unter
Was wir tun (Tätigkeitsfelder, Gemeindegruppen, Projekte)
Geschichten (aus dem Gemeindeleben und über Menschen in der Gemeinde)