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Telefonanrufe

Unser Erlebnis: Währender der Corona-Zeit durften wir beide unseren Geburtstag feiern. Anstelle von liebem Besuch, wie das bei uns so üblich ist, erhielten wir dafür jeder über 20 wertvolle und interessante Telefonanrufe, welche uns richtig aufgestellt haben.

D. und M.W.

Himmelreichs-Momente

also die Fachstelle für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der EMK, einen Teil ihrer Lagerbestände. Unter den nicht mehr benötigten und deshalb gratis abzuholenden Gegenständen war auch eine Spindel mit 100 leeren CDs. Ich wusste zwar damals nicht, wofür ich je 100 CDs brauchen würde, aber ich nahm sie trotzdem mal mit. Man weiss ja nie… 🙂

Dann kam die Corona-Krise, das Versammlungsverbot und der Beschluss der Verantwortlichen unseres Bezirks, jeden Sonntag einen Gottesdienst aufzunehmen. Da nicht alle Personen unseres Bezirks die Möglichkeit haben, diese auf die Website geladenen Gottesdienste zu hören, wurde vereinbart, auch CDs herzustellen und all jenen  Personen zukommen zu lassen, die gerne eine wollen. Und plötzlich erwiesen sich die leeren CDs wochenlang als ein Segen – für mich einfach irgendwie einer der «Himmelreichs-Momente» in dieser Zeit.

U.S.

Wie geht es mir in der Corona Zeit

Ich geniesse die für mich entspannte Zeit, ohne Veranstaltungen und mit weniger Arbeit als sonst; aber die Sonntagsgottesdienste lasse ich mir nicht entgehen. Anfangs dachte ich, dass wir uns das Gottesdienstverbot nicht gefallen lassen sollten, doch dann sah ich ein, dass es eben dazugehört in der Situation der Epidemie. Gott zeigt
mir seine Nähe auch in der persönlichen Stille und in der Durchhilfe im Alltag. Ich freue mich auf die Zeit, wo die Gottesdienste wieder gemeinsam stattfinden können.

Ich habe einen Anlauf genommen, wieder Velo (E-Bike) zu fahren nach dem Sturz vom August letztes Jahr. Ein bisschen Angst habe ich schon. Doch jetzt ist es die günstige Zeit zum Üben, weil weniger Verkehr ist.

Ich schäme mich, wie gut ich es habe, wo doch gewisse Orte auf der Welt von der Epidemie massiv überrannt wurden, und wo bei uns und in fernen Ländern viele Arme noch ärmer werden. Ich mache mir auch Gedanken, wie es weitergeht, wie lange die Sondermassnahmen gelten müssen, wie es den Unternehmen und ihren Arbeitern geht, die unter der Situation gelitten haben, und wie wir als Gesellschaft mit den Sorgen um das Klima und die Wirtschaft umgehen werden.

Ich bin immer noch daran herauszufinden, wie wir unsere Mutter am besten unterstützen können. Sie ist seit anfangs März im Pflegeheim – ohne Besuch, nur mit Telefon und Computer.

Ich bin sehr dankbar, dass nach den schönen, aber viel zu trockenen Tagen mehrere gute Regentage gekommen sind.

R.Z.

Neue Kontakte

Die Menschen, mit denen ich normalerweise zusammentreffe, sehe und höre ich in diesen Tagen kaum. Dafür habe ich Kontakt mit Gemeindegliedern aus einer anderen Altersgruppe, die ich weniger gut kenne. Das ist schön und bereichernd.

E.G.

Coronazeit - Erinnerungszeit

Wir haben Zeit. Viel Zeit. Erinnerungen kommen hoch: 15. April 2008, ein einschneidendes Erlebnis für uns.

Zürich Hauptbahnhof: Wir haben Zeit. Suchen die Bahnhofkirche im Untergeschoss. Ruhig werden! Hinter uns, die Untersuchung durch den Professor im Spital Balgrist. «Operation?», fragten wir. «Nein. Zu riskant. Erstens kaum durchführbar. Zweitens hätten Sie nachher kaum weniger Schmerzen! Nein, ich werde Sie nicht operieren. » – – «Was dann? Wie weiter?» – «Ich rate Ihnen: Therapie. Wöchentlich, Ihr Leben lang!»

Unten in der Bahnhofkapelle: Atem holen. Durchatmen. Beten. Klagen! – «Gott! Was soll das? Wozu das? Was kommt noch alles auf uns zu? Gott! Woher die Kraft?» –

Wir müssen gehen. Sonst verpassen wir den Zug. Beim Kapellenausgang liegt eine Karte auf: – «Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott noch mit mir, mit uns vorhat.» (Selma Lagerlöf)

M. + E.

Verheissung

Nicht nur die Natur sehnte sich, während langer Trockenheit, nach einer Besserung! Wir alle warten auf das Ende dieser schweren Krisenzeit.

Dankbar bin ich, gleich vom Haus weg durch Feld und Wald gehen zu können! Doch an den Sonntagen vermisse ich sehr die Gottesdienste, die Gemeinschaft. Ein Geschenk ist es, dass wir, jeder zu Hause, die Gottesdienste mittels CD feiern dürfen. In Gedanken sieht man die sprechende Person vor sich. Vielen Dank allen, die dies möglich machen.

Aber dennoch, das Zusammensein, um miteinander zu feiern, fehlt sehr!

In den letzten Monaten konnte man oft einen Regenbogen betrachten. Jedenfalls staune ich und freue mich sehr darüber. Gottes Verheissung in 1. Mose 8,22 und 1. Mose 9,12+13 wird mir gegenwärtig:

«Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.»

«Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.»

Die Natur durfte es in letzter Zeit mit den erquickenden Regen erfahren und sich erholen!

Ich empfinde diese Verheissung wie ein Gleichnis für uns Menschen, die wir jetzt eine solche, noch nie erlebte schwere Zeit durchstehen müssen. Gott steht zu seinen Verheissungen. Ich wünsche uns allen, weiterhin auf Gott zu vertrauen und mit den Worten Jesu aus Matthäus 28,20b unterwegs zu sein:

«Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende»

V.S.

Ein Dank

Auch wir schliessen uns an, ein grosses Dankeschön an alle Mitwirkenden der übertragenen Kurzgottesdiensten auszusprechen. Sie begleiteten uns nicht nur in den Sonntag, sondern auch in den manchmal trüben Alltag.

Ein spezieller Dank gilt auch Urs Schweizer und Peter Schlatter, die ganz nach «Wesley-Art» (im übertragenen Sinn) die Botschaft in Haushalte ohne Internetanschluss «weiterverbreitet» haben.

Wir freuen uns natürlich auf die Zeit, da wir wieder zusammenkommen können und Gottesdienst zusammen feiern werden.

M + A.H.

Vielen Dank für Eure Einsendungen

Sie zeigen etwas davon, dass die letzten Wochen nicht nur negativ wahrgenommen wurden, trotz all der Herausforderungen und Schwierigkeiten, welche die veränderten Lebensumstände gebracht haben. Danke, dass wir diese Gedanken miteinander teilen und so auch wieder ein Stück Gemeinschaft erfahrbar machen.